Eine seltsame Bescherung

oder 

Wie Weihnachten gerettet wurde


 

Wenn der Herbst zu Ende geht,

drauß’ der erste Schneesturm weht,

dann ist sie nicht mehr weit,

die lang ersehnte Weihnachtszeit.

 

Vor dem flackernden Kamin ich weile,

einen Glühwein trinkend, ohne Eile,

dabei im Weihnachtsbuch ich stöber’,

nichts auf der Welt tät ich jetzt lieber.

 

All die Geschichten von festlichen Stuben,

wo Augen leuchten, von Mädchen und Buben,

unterm reich geschmückten Tannenbaum,

wie im allerschönsten Weihnachtstraum.

 

Bei leuchtenden Augen mittendrein,

fällt mir meine eigene Kindheit wieder ein:

 

Ich war damals erst sechs Jahre alt,

als Heilig Abend stand vor der Tür.

Mein Vater holte aus dem dunklen Wald,

einen Tannenbaum dafür.

 

Er schmückte ihn reichlich,

bis zur schönsten Zier.

Kaum war der Baum fertig,

stand das Christkind vor der Tür.

 

Das Warten auf die Bescherung wurde zunehmend schwer,

bis Oh, du fröhliche … erklang, von überall her.

Der Gabentisch, ach so reichlich gedeckt,

alle Kerzen am Weihnachtsbaum waren angesteckt.

 

Das Zimmer erschien im prächtigsten Glanz,

ich führte auf, meinen Päckchentanz.

Eine Playstation hatte ich mir so heiß ersehnt

und das zuvor auf meinem Wunschzettel erwähnt.

 

Doch Ihr ahnt nicht, was mit mir geschah,

als ich meine Geschenke sah.

In heller Verzückung riss ich auf - das Papier,

schmiss es im hohen Bogen, bis hinter die Tür.

 

Ein kleiner Koffer, sieh’ mal an,

worin ich die Playstation mit zu Freunden nehmen kann.

Doch als ich ihn öffnete, es klingt heut’ verrückt,

aber damals war er mit keiner Playstation bestückt.

 

Ein leerer Koffer war ganz gewiss nicht mein Ziel,

ich schrie: „Eine Playstation ist’s, was ich will!“

„Schau doch mal weiter“, antwortete Mutter geschwind.

Sie gab mir ein Päckchen: „Öffne das, mein Kind.“

 

Wie angewurzelt, stand ich zunächst da,

bis ich unter das Geschenkpapier sah.

„Eine Playstation, eine Playstation!“, grölte ich blitzartig raus,

total entzückt hopste ich durch das Haus.

 

Doch als ich in die Schachtel sah, es war wirklich schlimm,

denn auch in diesem Kasten war gar nichts drin.

 

Ich fühlte mich den Tränen nah,

war am toben, ganz und gar.

Meine Eltern lächelten bloß verstohlen,

aber ich saß da, wie auf heißen Kohlen.

 

Vater nahm mich schließlich an die Hand

und zeigte auf den Phonoschrank.

 

„Schau mal, Schatz, was siehst du da?“

Doch ich wusst’ nicht, was da zu sehen war.

„Was macht denn die Serviette in dem Phonofach?“

Ganz plötzlich war ich hellewach.

 

Hastig zog ich an dem weißen Laken,

und zum Vorschein kam, Ihr dürft’s erraten,

die Playstation, spielfertig mit dem Fernseher verdrähtet.

Mein Weihnachtsfest, es war gerettet.

                                                 

© Petra Pohlmann


 

Allen Leseratten wünsche ich eine fröhliche und besinnliche Advents- und Weihnachtszeit. .............................................................................. Ihre / Eure Petra Pohlmann



1960 wurde ich in Bad Laer geboren, einem kleinen, idyllischen Kurort, gelegen im südlichen Osnabrücker Land. 

Da ich mich seit jeher für die Schriftstellerei interessiert habe, absolvierte ich das dreijährige Fernstudium Die große Schule des Schreibens bei der Axel Andersson Akademie, mit erfolgreichem Abschluss in 2005.

Immer wieder nehme ich an Schreibwettbewerben teil, mit einem Programm aus Kurzgeschichten, Lyrik und buchfähigen Manuskripten verschiedener Genre.

Seit April 2017 bin ich Mitglied im Münsterländer Autorentreff. http://www.sandrameijer.de/autorentreff

 

                      "Ein Haus ohne Bücher ist arm,

             auch wenn schöne Teppiche seinen Boden

 und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken..."

                       Hermann Hesse (1877 - 1962)

 

 

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